Sie sind mit Ihrem Kurs auf Exkursion. Am Beispiel von Siegburg sollen Sie über das wechselhafte Verhältnis von Juden und Christen im Rheinland lernen.
Die erste Station ist die Johänneckenkapelle, hinter dem Haus zur Mühlen bei Siegburg.
An der schlichten Kapelle fällt Ihnen erst einmal wenig auf, bis sie die Inschrift lesen.
Auf dem Weg zurück in die Siegburger Innenstadt lässt ihnen die Gedenktafel keine Ruhe. Sie recherchieren im Internet und finden folgenden Zeitungsartikel:
Siegburg · In Siegburg erinnert ein Bilderstock an den Klosterschüler „Johänneken“, der im Mittelalter ermordet und dann als Märtyrer verehrt wurde. Bis heute ist unklar, weshalb der Junge sterben musste.
Zum besseren Verständnis der Hintergründe kann es ggf. nötig sein, „Ritualmordlegenden“ und „Reliquien“ separat zu besprechen, hier unterstützen zum Beispiel Materialien der Bundeszentrale für politische Bildung (Ritualmordlegende | Antisemitismus | bpb.de) und katholisch.de ( Heilige Überreste – katholisch.de).
Die letzte Station ihrer Exkursion ist ein Brunnen (Am Brauhof, Siegburg), der in Form eines Davidsterns gestaltet ist und am einstigen Standort der Synagoge steht. In einem kreisförmigen Textband inmitten der Pflasterung steht:
Hier stand seit 1841 die Synagoge der jüdischen Gemeinde, der mehr als 300 Mitglieder angehörten.
Die Synagoge fiel am 10.11.1938 den Flammen der Pogromnacht – Reichskristallnacht – zum Opfer.
Durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft – 1933 – 1945 – wurde der größte Teil der Gemeindemitglieder ermordet.
Ihr Tod soll uns mahnend sein.
Am Ende der Exkursion angekommen, treffen Sie sich am Stadtmuseum (Markt, Siegburg). Hier ist der Bilderstock, über den Sie im Zeitungsartikel (M2) gelesen haben, ausgestellt. Weil es schon so spät ist, ist der Besuch des Museums freiwillig. Ihre Lehrkraft berichtet, dass es im Museum viele Exponate zum Leben jüdischer Bürger in Siegburg gibt (Planen Sie Ihren Besuch | Stadtmuseum Siegburg). Sie gehen mit, schließlich ist „nie wieder jetzt“.
Die Schülerinnen und Schüler …
· erläutern die Entwicklung der Kirche aus dem Judentum in der frühen Kirche und zeigen das wechselhafte Verhältnis von „altem“ und „neuem“ Gottesvolk in der Geschichte exemplarisch auf,
· erläutern Anliegen der katholischen Kirche im interkonfessionellen und interreligiösen Dialog.
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