History, history – don’t let it be mystery

Erinnerungskultur: Ein Grund-Stein unserer Demokratie

Holocaustmahnmal in Berlin
© pixabay (rechtefrei)
Bild von zwei Stolpersteinen, Metallwürfel aus Messing mit Inschrift, umgeben von Granitpflaster
© pixabay (rechtefrei)

Aufgaben 1

  • Schaut euch die Bilder an (M1).
  • Was siehst du?
  • Was weißt du schon darüber?

Aufgaben 2

  • Recherchiert in Partnerarbeit die Hintergründe des Holocaustmahnmals in Berlin und der Stolpersteine.
  • Erläutert die Gestaltung des Mahnmals.
    –  Wo genau steht das Holocaustmahnmal in Berlin?
    – Warum wurde es so und an dieser Stelle gestaltet?
    – Was wollte man damit ausdrücken?
  • Wo und warum wurden und werden Stolpersteine noch heute verlegt?

Aufgaben 3

Im Judentum hat das Erinnern auch in Verbindung mit dem Holocaust eine große Bedeutung.

  • Recherchiert in Partnerarbeit im Internet die beiden Begriffe Jom haSho‘a und Yad Vashem.
  • Was steckt hinter den beiden Begriffen? Stellt euch eure Ergebnisse in der Klasse gegenseitig vor.

2. Vatikanisches Konzil

Das Zweite Vatikanisches Konzil war eine Versammlung der katholischen Kirche (1962–1965), die stattfand, um die ‚Zeichen der Zeit‘ zu deuten und zu prüfen, was dies für die Entwicklung der Kirche  in Gegenwart und Zukunft bedeutet.

Eine wichtige Erklärung, die damals entstand, war das Dokument Nostra Aetate („In unserer Zeit“). Es markierte eine historische Wende im Verhältnis der katholischen Kirche zu nichtchristlichen Religionen, indem es Achtung und Dialog fördert, das Wahre in anderen Religionen anerkennt und den Antijudaismus verurteilt.

„Im Bewusstsein des Erbes, das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle Verfolgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern auf Antrieb der religiösen Liebe des Evangeliums alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgendjemandem gegen die Juden gerichtet haben.“

Zweites Vatikanisches Konzil: Nostra Aetate. Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen. 28.10.1965, Nr. 4

Aufgaben 4

  • Lest M2.
  • Klärt unbekannte Wörter.
  • Erklärt mit eigenen Worten, was der Text sagen will.

Der Text betont die Bedeutung der „religiösen Liebe des Evangeliums“ als Motivation, sich gegen Verfolgung, Hass und Antisemitismus einzusetzen.

Ein Beispiel dieser Liebe aus der Bibel ist das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.

  • Lest das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10, 25-37).
  • Erarbeitet in Kleingruppen die Bedeutung und den Zusammenhang zwischen der Bibelstelle und dem Zitat aus Nostra Aetate.

„Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

„Wir vergessen nicht, was geschehen ist! Wir vergessen nicht, was geschehen kann!“

„Erinnern heißt nicht nur zurückblicken, sondern auch Verantwortung für heute und morgen übernehmen.“

„Erinnern heißt, Verantwortung zu übernehmen – für uns selbst und für andere. Demokratie lebt davon, dass wir hinschauen und handeln.“

„Erinnerung an den Holocaust bleibt unsere erste Pflicht.“

Aufgaben 5

  • Lest die Zitate M3.
  • Drückt mit eigenen Worten aus, was die Zitate sagen wollen.
  • Überlegt gemeinsam, warum das gemeinschaftliche Erinnern ein wichtiger Grund-Stein unserer demokratischen Gesellschaft heute ist.
  • Diskutiert, in wieweit Menschen heute, auch ihr, die die Zeit des Nationalsozialismus nicht erlebt haben, eurer Meinung nach Verantwortung tragen.

Aufgabe 6

Es gibt immer weniger Zeitzeugen, die von ihren eigenen Erfahrungen berichten können. Entwickelt in Kleingruppen eine digitale Form des Erinnerns, z.B. mit CapCut. Bezieht dazu die Informationen, die ihr erarbeitet habt, mit ein und stellt euch eure Ergebnisse gegenseitig vor. Gebt euch ein konstruktives Feedback.

Lehrplanbezug
(Hauptschule 9/10)

Die Schülerinnen und Schüler können …
Methodenkompetenz
• zu religiös relevanten Themen selbstständig innerhalb und außerhalb der Schule Informationen beschaffen,
• religiös relevante Sachverhalte im (schul-)öffentlichen Raum unter Zuhilfenahme von Medienprodukten (z. B. computergestützt) verständlich,     adressatenorientiert und fachsprachlich korrekt präsentieren,
• Inhalte religiös relevanter audiovisueller Medien interpretieren,

Urteilskompetenz
• eigene Standpunkte zu menschlichen Verhaltensweisen und zu geschlechtsspezifischen Rollenbildern sowie zu religiösen und ethischen Fragen begründen und vertreten,

Handlungskompetenz
• die Verantwortung für das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen religiösen Überzeugungen mit übernehmen,
• weitgehend selbstständig Projekte zu religiös relevanten Themen planen, durchführen und reflektieren.